Konzeption

KONZEPTION von Eva Urban

Rosenbach, am 14.12.2016

“Urbans Kinderland”

Jedes Kind ist etwas Besonderes und braucht Liebe, Zuwendung und Förderung, die seinem Alter und Entwicklungsstand entsprechen.

Schon seit vielen Jahren arbeite ich jetzt als Tagesmutter. Am Anfang war es ein Freundschaftsdienst, dann ist 2006 ein Beruf daraus geworden. Alles, was ich in meinem Leben gelernt habe kann ich in diesem wunderschönen Beruf einfließen lassen (Buchhändlerin, Mitarbeit in einer großen Küche, Religionspädagogin, musikalische Ausbildung).

Vor allem aber mache ich meine Arbeit als Christ. Dazu gehört für mich auch, dass ich mit den Kindern beim Essen bete, das wir Lieder von Gott singen, christliche Feste feiern und Geschichten aus der Bibel hören. Eltern sind uns dabei immer willkommen oder können alles, was wir tun in schriftlicher Form mit nach Hause nehmen.

Gern besuchen wir  einen besonderen Gottesdienst oder Veranstaltungen speziell für Kinder, wie zum Beispiel den Krabbelkreis der Kirchgemeinde.

Unser Jahr gestaltet sich nach kirchlichen Festen und nach den Jahreszeiten, zu jedem gibt es besondere Erlebnisse und Rituale. Im Frühjahr feiern wir Ostern mit Ostergarten und Ostergras, im Sommer gibt es einfach eine bunte Welt zu entdecken, zum Herbst gehören Erntedank und zum Winter Weihnachten mit all seinen besonderen Heimlichkeiten.

Auch unser Alltag wird von Ritualen bestimmt, dazu gehört das Wecken des Klaviers oft schon um 7.00Uhr am Morgen, das Tischgebet, das Mittagslied beim Schlafen und das „Tschüss“ beim heimgehen.

In unserem Zusammenleben gibt es natürlich Regeln, die alle gern einhalten. Eine Regel zum Beispiel ist, dass alle am Tisch sitzen bleiben beim Essen. Das ist auch deshalb gut, weil wir uns in dieser Zeit unterhalten. Wieviel spannendes von dem anderen würde ich verpassen? 

Oder können Sie sich einen Spaziergang vorstellen, wo jeder woanders hin will? Manchmal legen das Ziel auch die Kinder fest  und dann gehe ich mit ihnen dahin, warum nicht, jeder hat doch Ideen. Und beim Überqueren der Straße gibt es andere Regeln als auf einem Wiesenweg. Wissen Sie wie spannend eine rote Ampel sein kann? Dann kommt auch mal so ein Spruch „Kann die Ampel nicht mal blau sein?“ Um das auszuprobieren fahren wir manchmal mit dem Linienbus nach Löbau- ein Highlight! Aber oft suchen wir auch Wege, abseits vom großen Verkehr, dann gibt es viel zu entdecken und auszuprobieren. Es gibt für uns kein schlechtes Wetter, höchstens unpassende Kleidung. Wir lieben Pfützen und Regen genauso wie Sonnenschein und Schnee. Kennen sie schon den Regentanz?

“Hacke, Spitze, Stiefelpolka in der Pfütze” aber Achtung, am Schluss heißt es “und mit einem Riesensatz landen wir in diesen Matsch!”, das nehmen die Kinder wörtlich. Sicher verstehen alle Eltern jetzt, warum wir keine Ausgehsachen sondern Rumtobesachen brauchen.

Der Fotoapparat ist immer dabei. Damit halte ich viele Momente und besondere Situationen fest.

In den Sommermonaten sind wir außer zum Frühstück und Schlafen fast immer draußen. Wenn es kälter wird, essen wir wieder im Haus.

Mit den Eltern arbeite ich eng zusammen. Meistens kommt es zu Gesprächen beim Bringen oder Abholen, dann kann die Zeit mit dem Kind noch einmal reflektiert werden. Manchmal ist es gut, wenn ich weiß, wie Dinge zu Hause laufen, dann kann ich das Kind besser verstehen und für die Eltern ist es gut, wenn sie immer wissen, was bei uns passiert. Dann sind solche Themen wie Eingewöhnung, Schlafen, Essen, Trockenwerden, Spielen usw. Dinge, wo alle gemeinsam daran arbeiten und das Kind hohe Sicherheit gewinnt. 

Eingewöhnung ist darum auch für mich bei jedem Kind individuell, je nach Familiensituation und nach Kind. Wichtig sind mir dabei immer wieder gute Absprachen mit den Eltern.

Dadurch, dass ich zuhause arbeite, ist es mir auch möglich, Betreuungszeiten flexible zu gestalten und auch außerhalb von normalen Öffnungszeiten für Kindereinrichtungen zu arbeiten. Natürlich gibt es eine Kernöffnungszeit von 7.00-16.00Uhr, aber auch andere Absprachen sind möglich, wenn sie im Rahmen des Machbaren für mich liegen.

Als Tagesmutter habe ich eine staatlich anerkannte Ausbildung und eine Weiterbildung zum Sächsischen Bildungsplan. Zusätzlich habe ich eine Ausbildung in „Babyzeichensprache“. Aller 2 Jahre gibt es auch einen Kurs für „Erste Hilfe am Kind“. Das ist sehr wichtig, da man im Alltag doch genau damit konfrontiert wird.  

Da mir persönlich die Sprachentwicklung der Kinder sehr am Herzen liegt, habe ich eine Weiterbildung zum Thjema „Zwergensprache“ absolviert. Die bauen wir in unserem Alltag mit ein. Überhaupt liegt mir die Sprachentwicklung der Kinder sehr am Herzen.

Auf Weiterbildungen hole ich mir gern spezielles Wissen für meine Arbeit. Aber nach sehr vielen Jahren Muttersein und Tagesmuttersein habe ich auch einen Schatz an Erfahrungen. Besonders der fachliche Austausch unter uns Tagesmüttern hilft oft schon, eine Sache anders zu sehen oder ein Problem besser zu verstehen. Wichtig ist auch die Zusammenarbeit mit dem Jugendamt. Besuche vom Jugendamt sind für uns keine Kontrolle, sondern Begegnung auf Augenhöhe mit einer Person, die Sachverstand hat und meine Arbeit unterstützt.

Die Zusammenarbeit mit den anderen Tagesmüttern im Löbauer Bereich ist sehr eng. Jede von uns hat den 5. Platz für einen Vertretungsfall frei. Somit ist auch Krankheit abgesichert.

Damit die Kinder sich besser kennen, ist regelmäßiges Treffen angesagt, z. Bsp. Beim Sport in Bischdorf in der Turnhalle.

Unsere Familie

Kinderbetreuung in unserer Familie bedeutet: dazu gehören. Zu unserer Familie gehören 5 Kinder zwischen 14 und 23 Jahren (Stand 2016). Die Jüngste wohnt noch zu Hause und unser Ältester hat in unserem Haus eine eigene Wohnung. Die anderen wohnen nicht mehr bei uns, kommen aber gern auf Besuch.

Wir haben ein großes Grundstück und können insgesamt 2.000 m² nutzen, dazu gehört ein eigener Spielplatz mit einem großen Trampolin, Kletterturm, Rutsche, Schaukel, Vogelnestschaukel, Sandkasten, ein Rodelberg, Wege, Garten und am Grundstücksende der Bach, von dem unser Dorf seinen Namen hat. Unser Gelände ist eingezäunt und damit sicher. Auch unsere Nachbarn freuen sich an meiner Arbeit und über unsere Besuche zum Beispiel in ihrem Baumhaus oder auf ihrem Sand.

Fachgespräch in der Küche

Da wir selbst Essen kochen, gibt es  in der Küche vieles zu entdecken und zu tun. Unsere Tageskinder helfen immer gern beim Kochen, Backen oder anderen Dingen, die im Haushalt zu erledigen sind. Oft nehmen sie dann ganz stolz ein Stück selbst gebackenen Kuchen oder die Kostprobe einer besonderen Suppe mit nach Hause. Unser Gemüse wird uns frisch vom Gärtner angeliefert und auch bei anderen Lebensmitteln achte ich auf Qualität.

Selber kochen hat außerdem den Vorteil, man kann auf bestimmte Unverträglichkeiten oder Besonderheiten eingehen, was ich nach meinen Möglichkeiten gerne tue. Allerdings der Satz “Das esse ich nicht.” wird von mir meistens mit der Antwort bedacht “Probiere es doch erst einmal.” Auch die Eltern kosten ganz gern einmal und fragen dann, wie macht man den nun „Petersonkartoffeln“ oder was ist in den „Spinatspätzeln“ oder meine Kürbissuppe- da beschweren sich sogar oft meine eigenen Kinder „Mutti, heute gab es Kürbissuppe und ich war nicht da!“ Zum Glück koche ich gerne größere Töpfe, da kann jeder kosten.

Zu uns gehören auch Tiere

Oft erlebe ich, dass die Fütterung der Tiere über den Trennungsschmerz hinweg hilft. Ganz verantwortungsbewusst wird dieser Tagesordnungspunkt von den Tageskindern mit übernommen und Gras für die Hasen geholt. In unsere Umgebung gibt es  manche Tiere zu bestaunen und wenn wir dann noch nicht genug haben, fahren wir in den Tierpark.

Wir lieben Musik

Musik gehört zu unserem Leben. Dabei gibt es in unserer Familie viele Instrumente zum Ausprobieren. Für alle erreichbar ist das Klavier, es gibt aber auch Gitarre, Flöte, Blechblasinstrumente und natürlich orffsche Instrumente. Unser Lieblingsplatz zum Singen ist die Schaukel.

 

Ein Liedbeispiel:

Hast du heute schon „danke“ gesagt,                                   

für so viel gute Sachen,

Hast du heute schon „danke“ gesagt,

Gott will dir Freude machen.

1. Zum Wohnen ein Haus,

zum Schlafen ein Bett,

zum Spielen die Freunde sind so nett, ja…

2. Das Brot auf dem Tisch,

die Milch in dem Krug

und Kleider, die haben wir genug, ja…

3. Und weißt du auch schon,

dass Jesus dich mag,

das er mit dir geh´n will Tag für Tag, ja…

Und noch so allerlei

Im gewissen Umfang übernehme ich auch gern die Fahrt zu Therapieterminen oder stelle meine Räume dafür zur Verfügung. Darum sind auch Kinder mit Einschränkungen herzlich willkommen bei uns.

Wir lieben Bücher. Eines unserer Lieblingsbücher heißt “Ferdinand auf großer Fahrt”. Aber es gibt noch viele andere Bücher. Unsere intensivste Buchanschauzeit ist am Mittag vor dem Schlafen. Diese Zeit darf nicht ausfallen.

Fernseher und Computer bleiben in der Zeit der Tagesbetreuung für die Tageskinder aus. Viel lieber möchte ich hier mein Wissen als gelernter Buchhändler nutzen und Kinder mit guter Literatur für ihr Alter bekannt machen.

Tagesablauf

Einen Tagesablauf bei uns können Sie sich so vorstellen:

  • 7.30 Uhr Frühstück,
  • 8.00-9.00 Uhr Spielzeit in den Räumen, dabei bereiten wir gemeinsam das Mittagessen vor, wer es braucht, kann in dieser Zeit auch ein Schläfchen halten
  • 9.00-11.00 Uhr sind wir draußen und spielen, wandern oder machen gemeinsam etwas,
  • 11:00-11:30 Uhr gehen wir zurück ins Haus und bereiten das Mittagessen vor, im Sommer essen wir oft draußen
  • 11.30-12.00 Uhr ist Mittagessen, 12.00-12.30 Uhr bereiten wir uns auf den Mittagschlaf vor (Zähneputzen, Buchanschauen, Ausziehen, Singen) ,
  • 12.30-14.30 Uhr ist Mittagsschlaf,
  • 14.30 Uhr werden alle munter,
  • 15.00 Uhr ist Vesperzeit, anschließend ist Spielen dran bis zum Abholen

Sicher haben Sie schon gemerkt, dass der Bildungsplan von Sachsen für mich Arbeitsgrundlage ist und sich durch alle Bereiche meiner Arbeit durchzieht.

Wir freuen uns als Familie auf unsere Tageskinder und sind gespannt auf jede kleine Persönlichkeit!